Arosa

Arosa hat etwa 2.200 dauerhafte Einwohner und ist ein beliebter Urlaubs- und Skiort in Graubünden in den Schweizer Alpen. Mit einer Höhe von 1.775 Metern über dem Meeresspiegel ist es der höchst gelegene Ort des Kreises Schanfigg. Arosa ist derart abgelegen, dass nur eine schmale Straße durch ein enges Tal hier hinaufführt. Es fährt auch ein Postbus, der sich durch die engen Kurven winden muss.

Die Rhätische Bahn vor der Abfahrt in Chur

Eine gute Variante ist die Anreise mit der Rhätischen Bahn. Sie fährt in der Kantonshauptstadt Chur auf dem Bahnhofsplatz ab. Von dort aus durchquert sie die Innenstadt und beginnt ihre Reise durch das Tal. Immer höher hinauf, auf schmalem Schienengrad und begleitet von einer fantastischen Aussicht, macht man an einzelnen Bergsiedlungen Halt. Zwischendurch ergeben sich immer wieder Panoramen auf Almen, Wälder und die Bergwelt. Nach etwa einer Stunde fährt der Zug am Bahnhof in Arosa ein. Man ist nie allein, immer wollen Touristen, Skifahrer und Tagesgäste in das Dorf, das sich einen weltweiten Namen als Luftkurort gemacht hat.

Bergwelt um Arosa

Doch abgehoben ist man in Arosa nicht. Kein überzogener Glanz wie anderswo in den Schweizer und Österreicher Bergen, keine Buden und Discobars, aber auch kein Müll und Unrat lässt sich bei einem Bummel durch den Ort bemerken. Alles ist sehr gepflegt, eben wie man echte Schweizer Qualität kennt, und man hat nie das Gefühl, nicht aufgehoben zu sein. Arosa ist ein sehr schöner, internationaler und gastfreundlicher Ort. Schon am Bahnhofsplatz stehen Kutschen bereit, sofern man es altmodisch mag. Sonst kann man hier in den Bus steigen und sich herumfahren lassen. Oder man nimmt gleich die Bergbahn und lässt sich in luftige Höhen befördern. Rundherum ist ein offener Platz, der dem Besucher eine erste Aussicht gewährt. Von dort aus gruppieren sich locker gestreute Siedlungen mit Hotels, Ferienhäuser und Chalets zu der Gesamtgemeinde Arosa.

Am Bahnhofsplatz

Der Ort wird eigentlich komplett von einer einzigen Straße durchzogen, die alles verbindet. So lässt sich ein prima Bummel gestalten. Vom Bahnhof aus hält man sich einfach rechts, und nimmt am Besten die Poststraße, quer durch das, was man Ortskern nennt, hinauf zu den Skigebieten des Schanfigg-Tales. Links und rechts der Straße gibt es viele Läden für den alltäglichen Bedarf, aber auch exklusivere Geschäfte, wo man sich im Urlaub einen kleinen Luxus erlauben kann. Dazwischen findet man aber auch Restaurants und gepflegte Cafés. Der Ort ist nie dicht bebaut, obwohl es auch einige mehrstöckige Hotelanlagen gibt, die eher an einen Klotz erinnern. Immer wieder eröffnet sich ein Panorama auf die Umgebung und die faszinierende Bergwelt. Wirklich schön, wenn man hier Urlaub machen darf.

Das Hotel Cristallo an der Poststraße

Gegenüber dem Rathaus steht die vor 100 Jahren errichtete Evangelische Dorfkirche. Sie ist freundlich gestaltet, und sobald man sie betritt, steht man in einem Vorraum, wo man sich setzen und in Schriften stöbern und entspannen kann. Der Raum für die Gottesdienste hat ein modernes Aussehen, die Renovierung mit Einbau einer neuen Orgel erfolgte 1969. Von der Kirche geht es jetzt ein Stück hinauf, in den Teil des Ortes, in dem sich viele Hotels und Appartements befinden. Denn hier liegt auch das Skigebiet von Arosa. Die Saison geht von Herbst bis April, Schneesicherheit ist gewährleistet und es gibt 70 Pistenkilometer. Sie sind durch mehrere Pendel- und Sesselbahnen sowie Skilifte verbunden. Bergrestaurants sorgen für das leibliche Wohl. Skibusse, Skipässe, Kurse und viele Angebote rund um den Sport sind vorhanden. Arosa nennt eine Reihe berühmter Persönlichkeiten sein Eigen, von denen die meisten aus dem Wintersport stammen.

Ortskern von Arosa mit der Evangelischen Dorfkirche

Quer durch das Skigebiet führt die Straße immer weiter hoch, bis man das Bergkirchli erreicht. Es ist eine über 500 Jahre alte Kirche, die 1493 fertig gestellt wurde. Früher, als es hier nur einzelne Bergsiedlungen gab, war sie das Zentrum und Anlaufstelle für die gesamten Bewohner der entlegenen Gegend. Weil man nicht viele Möglichkeiten hatte, aus der Abgeschiedenheit zu fliehen, nahm der Glaube eine große Rolle ein. Die Menschen, die hier lebten, waren Walser und verdienten sich als Almbauern oder Bergleute. Hier wurde in Gruben Erz abgebaut. Die Reformation erfasste auch diese Gemeinde im Jahre 1530. Die Holzdecke und Holzorgel des Bergkirchli stammen aus dem 18. Jahrhundert. Für dieses Gebäude ist Holz sehr wichtig, es ist überhaupt der typische Baustil der Region. Im Eingangsbereich ist eine Tafel angebracht, auf der man die Geschichte nachlesen kann. Die Kirche steht schon sehr weit über dem Tal, und von daher ist auch die Aussicht auf das Dorf, das hinter einem liegt, den Besuch wert.

Das 500 Jahre alte Bergkirchli

Vor allem lobenswert zu erwähnen ist, dass Arosa zwar ein sehr bekannter und beliebter Wintersportplatz ist, aber schon wenn man im März eintrifft, ist es kaum noch überlaufen. Maßgebend sind wohl die Schulferien, wenn die Familien Zeit haben und hierher kommen. Auch im Sommer ist die Gegend schön. Zwar schließt eine Bergwand das Tal ab, und man gelangt nicht weiter, aber es gibt eine Reihe interessanter und ausgeschilderter Wanderwege.

Schönes Alpenpanorama, von der Poststraße aus gesehen

Vorbildlich ist auch, dass Arosa so sauber ist und durchwegs einen gepflegten Eindruck macht. Echte Schweizer Qualität eben, was eine ausgezeichnete Infrastruktur mit einschließt. Und die Luft hier oben ist wirklich gut, sodass der Ort seinem Prädikat durchaus gerecht wird. Seit 2004 findet hier jährlich im Januar das WSF World Spirit Forum statt, wo auf wissenschaftlicher Basis globale Fragestellungen und Probleme der Zeit erörtert werden. Der Ort ist heute hauptsächlich am Tourismus orientiert, und eignet sich für alle Arten von Urlaub, auch für einen Tagesbesuch, hervorragend.

Aussicht vom Bahnhofsplatz zum Hotel Valsana