Cagliari

In der Sprache der Sarden hat Cagliari den Namen Casteddu. Die Kernstadt hat rund 160.000 Einwohner, mit der Umgebung sind es dreimal so viel. Es liegt ganz im Süden der zu Italien gehörenden Insel Sardinien und ist deren politisches und kulturelles Zentrum. Ebenso ist es die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und verfügt über einen Seehafen und den Flughafen Cagliari-Elmas, der sich etwa 15 km außerhalb des Zentrums befindet. Cagliari ist Universitätsstadt und Bischofssitz. Die Altstadt zieht sich vom Hafen auf einen Hügel, der Castello genannt wird. Prunkvolle Gebäude wie Rathaus (Palazzo di Città) im neugotischen Stil und Kirchen wie der Dom zieren das Stadtbild. Der Hauptstrand von Cagliari befindet sich außerhalb des Stadtzentrums, ist aber als Badegelegenheit zu empfehlen, obwohl er in der Hauptsaison sehr voll ist.

Blick vom Flugzeug auf Cagliari

Vom Flughafen Elmas gibt es eine regelmäßige Busverbindung in die Innenstadt zur Piazza Matteotti, wo auch der Bahnhof und Fährhafen liegen. Der Busbahnhof ist nicht sehr groß, so dass man sich gut zurechtfindet. Informationen können am Schalter oder bei den Busfahrern erfragt werden, Fahrpläne hängen aus. Von dem zentralen Platz aus führt die Via Roma am Hafen entlang. Sie ist eine palmenbewachsene Promenade mit prachtvollen Gebäuden im Stil der Gründerzeit. Zu Beginn findet man den charakteristischen Palazzo del Municipio, in dem die Stadtverwaltung seit 1906 ihren Sitz hat. Das Gebäude ist gut an seinen zwei Türmen mit der unten mittig gelegenen Rathausuhr erkennbar.

Via Roma mit Palazzo del Municipio

Schöne sonnendurchflutete Arkaden laden zum Schlendern ein. Es gibt einige Cafés, die Tische und Stühle im Freien stehen haben. Ein guter Platz, um einen Espresso zu bestellen und den Blick auf den Hafen zu genießen. Weiter oben befindet sich das Parlament der autonomen Region Sardinien. Seine Aufgaben nimmt es in dem verhältnismäßig neuen „Palazzo della Regione“ wahr. Über dem Eingang stehen die drei Flaggen, namentlich die europäische, italienische und sardische, gleichsam für Offenheit und Tradition. Im Hafen können Wasserfahrzeuge aller Klassen bestaunt werden, vom kleinen Segelboot über die Jacht bis hin zum mächtigen Fährschiff.

Via Roma, das Aushängeschild der Stadt

Von der Via Roma geht es hinein in die Unterstadt, ein Viertel, das auch Marina genannt wird. Es hat seinen Ursprung in der pisanischen Zeit, die Straßen sind eng und überwiegend schachbrettartig. Heute übt es auf Besucher Cagliaris eine hohe Anziehungskraft aus, aber auch wohnen lässt es sich hier gut. Immer noch gibt es kleine Lebensmittelläden und Cafés, andererseits auch feine Boutiquen und Geschäfte des höheren Bedarfs. Die Fußgängerzone Via Manno führt den Berg hinauf zur Piazza Costituzione, von wo aus die Bastione San Remy begangen werden kann. Rund um das Viertel findet sich auch die Piazza di Carmine, auf der ein beeindruckendes Denkmal mit Heiligenstatue steht. Über die lauschige Via Sassari kann man so manchen Blick in die Nebenstraßen werfen und die alten Häuserfassaden bewundern. Wohin man auch geht, immer noch scheint der Hafen ganz nah, und so hat das Viertel seinen Namen verdient.

Altstadthäuser mit Bastione San Remy

Die Bastione San Remy ist ein bedeutendes Ausflugsziel innerhalb der Hauptstadt Sardiniens und ein bei Touristen und Einheimischen gleichsam beliebter Platz. Seine Funktion erfüllt er als Treff- und Aussichtspunkt. Die Hochterrasse wurde 1720 von den Herrschern aus Piemont auf einer alten Befestigung angelegt. 1901 wurde sie im neuklassizistischen Stil fertig gestellt. Sie gliedert sich in mehrere Terrassen, die Piazza Umberto I. und Santa Caterina. Es gibt Freisitzmöglichkeiten und Gastronomiebetriebe. Ein Palmengarten versprüht eine mediterrane Atmosphäre. Über die Mauer schweift der Blick auf die Kulisse der Großstadt, auf das Mittelmeer und die beeindruckenden Bergketten des Umlandes.

Panorama auf die Unterstadt

Nördlich der Bastione liegt das Castello-Viertel, der alte Stadtkern von Cagliari. Es wird auch als Oberstadt bezeichnet und weist sich durch seine engen Gassen und die alten Häuser aus. Geschäfte, Gastronomie und Kunsthandwerk sind hier zu Hause. Rund um das Viertel finden sich sowohl das Teatro Civicodie als auch die zwei Stadttürme Torre dell`Elefante und Torre di San Pancrazio. Eine Reihe von sehenswerten Kirchen, wie die Chiesa di Sant Eulalia, Sant Efisio oder San Domenico laden zum Besuch und zur Andacht.

Hinauf zur Oberstadt

Das berühmteste Kirchenbauwerk ist jedoch die Kathedrale Santa Maria di Castello, im 13. Jahrhundert im pisanischen Stil errichtet. Mehrfach erfolgten Umbauten von der Gotik bis zum Barock, und aus allen Epochen haben sich Elemente erhalten. Das Innere ist weitgehend barock ausgestattet und enthält eine Fülle an prächtigem Inventar, wie eine Marmorkanzel aus dem 12. Jahrhundert. Auch eine Krypta kann hier besichtigt werden.

Außenwohnviertel von Cagliari

Von der Innenstadt aus folgt man dem Verlauf des Golfs von Cagliari in Richtung des Wohnviertels Quartu Sant Elia. Man kann dazu den Bus benutzen oder sich mit einem Taxi hierher fahren lassen. Der Fußmarsch empfiehlt sich nur bedingt, da der Weg durch unübersichtliche Straßen und entlang vielbefahrener Hauptrouten führt. Die Vorstädte sind mit mehrgeschossigen Mietshäusern zugebaut, die oft zu wenig Platz für die Begrünung lassen. Weitab vom Zentrum liegt Poetto, der Hausstrand von Cagliari.

Der Strand Poetto ist ein beliebtes Ausflugsziel

Er besteht aus feinem Sand und zieht sich über Kilometer in die Länge. Im Sommer mag er überlaufen sein, aber in der Nebensaison hat man es gut, und kann an warmen Tagen auch noch ein Bad genießen. Nebenan bieten der felsige Bergrücken namens Teufelssattel und die Bergketten des Umlandes ein tolles Panorama. In der Umgebung liegen Jachten, und Segler ziehen in der Bucht ihre Runden. Die Straßen vor dem Strand sind mit Palmen bewachsen, da kommt Urlaubsstimmung auf. Das beste Panorama hat man natürlich vom Flieger aus, wenn kurz vor der Landung noch mal die ganze Stadt im Blickfeld erscheint.

Blick auf die Bucht