Vier-Pässe-Fahrt Schweiz

Vier-Pässe-Fahrt in der Schweiz: Realppass, Furkapass, Grimselpass und Sustenpass

Blick vom Realppass

Aus Richtung Deutschland gibt es für die Fahrt über die Pässe der Zentralalpen zweierlei Anreisemöglichkeiten: Über die Autobahn 6 aus Richtung Bern, Abzweig bei Thun auf die Autobahn 8 und vorbei am Brienzersee bis Innertkirchen. Oder aus Richtung Zürich über die Autobahn 2, vor dem Gotthardtunnel über Abzweig Göschenen vorbei an Andermatt zum Realppass. Nur eine Station auf dem Weg zu den eigentlichen Höhepunkten, kann sich der Flachländer hier schon mal vorsichtig im Kurvenfahren üben. Zur Belohnung sind dabei erste Eindrücke der Alpenwelt und eine großartige Aussicht garantiert.

Hotel Belvédère oberhalb vom Furkapass

Der Furkapass verbindet das Urserental im Kanton Uri mit Goms im Kanton Wallis. Im Winter ist die steile Serpentinenstraße gesperrt und der Autoverlader zwischen Realp und Oberwald nimmt seinen Betrieb auf. Im kleinen Talort Gletsch zweigt der Grimselpass ab. Die Strecke wird gerne von Ausflugsfahrten benutzt, da sie vielfältige Aussichten auf Berg und Tal bietet. Auch Radfahrer nutzen, obgleich des zunehmenden Kraftfahrzeugverkehrs, gerne die Auffahrt.

Der Rhonegletscher im Sommer

Auf 2.272 Metern Höhe befindet sich das Hotel Belvédère, von dem aus man den Rhonegletscher besichtigen kann. Touristen stellen ihr Auto auf dem Parkplatz ab, wo sich eine Quelle mit klarem Wasser befindet. Ein Souvenirladen hält Andenken bereit und verkauft Eintrittskarten für den Bereich um den Gletscher. Aufgrund der Höhenlage bietet sich ein erstklassiges Panorama auf die Viertausender im Wallis.

Gletsch

Gletsch liegt im Tal unterhalb des Rhonegletschers und besteht aus der Hauptstraße und wenigen Gebäuden. Darunter ist auch das mondäne Hotel Glacier du Rhône aus der Gründerzeit. Im Sommer ist es geöffnet und empfängt die Gäste aus nah und fern. Auch eine Bahnstation ist im Ort vorhanden. Von Gletsch führt der Grimselpass über viele Serpentinen den Berg hinauf. Er verbindet das Haslital im Berner Oberland im Norden mit dem Goms im Wallis auf der Südseite. Ausgangsorte sind hier jeweils die Orte Innertkirchen über Gletsch nach Oberwald oder Guttannen. Schon im Altertum wurde diese Strecke überquert. Heute befindet sich auf der Passhöhe eine Station mit Minizoo, Souvenirshop und Restaurant. Hier machen viele Ausflugsfahrten einen Halt. Gleich angrenzend liegen die Gewässer vom Totesee mit dem Hotel Grimselblick, Grimselsee mit Hospiz und Räterichsbodensee.

Am Grimselpass

Auf der Grimselpasshöhe warten eine Anzahl kleiner Attraktionen auf den Besucher, darunter auch ein Murmeltierzoo. Der Eintritt ist kostenlos. Hier lebt eine ganze Familie der in den Alpen heimischen Nager. Darüber hinaus gibt es ein Schneeeulenpaar, eine Entenfamilie und einen Waschbären zu sehen. Das Gelände ist leicht begehbar und in eine natürliche Umgebung eingebettet. Mit liebevollen Details wie Hölzern, Grüngut, Steinmodellierungen, Wasserflächen und Rückzugsgelegenheiten wird der Aufenthalt den Tieren so angenehm wie möglich gemacht.

Der Schneekauz im Minizoo

Zwischen den Kantonen Bern und Uri gibt es die Verbindung über den Sustenpass. Er verläuft von Innertkirchen über Gadmen bis nach Wassen an der Gotthardstraße. Der Pass wird vor allem touristisch genutzt und ist deshalb auch nur von Juni bis Oktober geöffnet. Von der Straße bieten sich Panoramen auf die Berg- und Gletscherwelt. Gleichermaßen beliebt ist die Strecke auch bei Radfahrern. Am Pass befinden sich das Hotel Steingletscher und das Restaurant Susten Kulm, beide mit Parkmöglichkeiten.

Bei der Tellskapelle am Vierwaldstätter See

Weiter geht die Fahrt zur Tellskapelle am Ufer des Vierwaldstätter Sees, etwa drei Kilometer südlich von Sisikon im Kanton Uri. Hier ist der Sage nach Wilhelm Tell vom Boot des Landvogts Gessler gesprungen. Unweit davon wurde der historische Rütlischwur geschlossen, der zur Gründung der Schweiz führte. Knapp oberhalb steht das berühmte Glockenspiel, das zu jeder Stunde erklingt. Treppen führen von dort zu einer Terrasse am See, wo die Kapelle mit einem Holzaltar und großflächigen Gemälden zu besichtigen ist. Ein Wanderweg lädt zum Spaziergang am Seeufer ein.

Teil des Altares mit Wandgemälde

Abgebildet sind vier Szenen aus der Gründungsgeschichte, in denen das Volk für seine Befreiung kämpft. Bereits im 14. Jahrhundert wurde hier eine Kapelle erbaut, die heutige stammt von 1880.