Zürich

Die größte Stadt der Schweiz ist Zürich mit seinen rund 385.000 Einwohnern. Zwar bildet es nicht das politische Zentrum des Landes, ist aber auf den Gebieten Kunst und Kultur, Finanzen und Wirtschaft führend bis weit über die Schweizer Grenzen hinaus. Von allen Seiten her gut erreichbar, liegt die Stadt am Nordende des Zürichsees. Die Anbindung wird über verschiedene Autobahnen gewährleistet, die sich bei Zürich treffen. Auch die Schienenverbindung in alle übrigen Landesteile und nach Deutschland ist sehr gut. Der Flughafen Zürich-Kloten bietet Fernstrecken zu anderen Kontinenten.

Die Stadt mit dem Zürichsee im Winter

Schon von jeher war Zürich ein wichtiger Handelsplatz. Heute wird ihm oft nachgesagt, die heimliche Hauptstadt der Schweiz zu sein. Hier lässt es sich gut leben, die Löhne sind hoch und die Infrastruktur ist bestens. Wer in Zürich wohnt, braucht nicht unbedingt ein Auto. Die ganze Stadt durchzieht ein dichtes Netz an S-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen, die laufend fahren oder ideal untereinander vertaktet sind. Auch das Umland ist gut erreichbar. Die Schweiz ist als Bahnland Nr. 1 bekannt, hier sind die Züge noch pünktlich und selbst kleine Orte in den Bergen haben ihren Bahnhof oder Postbus.

Partie an der Limmat

Zürich wird von der Limmat durchflossen, die südlich der Altstadt in den See fließt. Bahnhofplatz und der Bürkliplatz am Ufer werden durch die bekannte Bahnhofstraße verbunden. Sie ist 1,2 Kilometer lang und die Bummelmeile der Stadt. Die Mieten sind teuer, und so finden sich hier nur die nobelsten Adressen. Neben Banken sind das exklusive Designerläden und Schmuck- und Uhrenläden. In gemütlichen Bars, Cafés und Restaurants aller Preisklassen kann sich der Gast recht aufgehoben fühlen. Günstiger kann man sich während dem Stadtbummel in einem der zahlreichen Kaufhausrestaurants stärken.

Limmatquai mit Zunfthaus zum Rüden und Grossmünster

Natürlich sollte man nicht nur zum Einkaufen nach Zürich kommen. Die Altstadt ist übersichtlich und besitzt eine Reihe sehenswerter alter Bauwerke. Auf der westlichen Limmatseite steht das Rathaus direkt am Ufer des Flusses. Es wurde am Ende des 17. Jahrhunderts im Renaissancestil erbaut und fügt sich in eine der schönsten Kulissen Zürichs ein. Gleich dahinter befinden sich die Kirche St. Peter und die benachbarte mittelalterliche Augustinerkirche. Südlich davon ist die Fraumünsterkirche mit Fenstern von Marc Chagall einen Besuch wert.

Blick vom Grossmünster zur westlichen Altstadt mit Kirche St. Peter

Zur östlichen Limmatseite kommt man über die Rathausbrücke, die in die Marktgasse mündet. Sie führt weiter zur Münstergasse, die nach kurzer Zeit den Zwingliplatz erreicht, welcher nach dem berühmten Schweizer Reformator benannt ist. Auf ihm steht das romanische Grossmünster. Die evangelische Kirche ist eines der Wahrzeichen von Zürich und wurde soll von Karl dem Großen gegründet worden sein. Aus Dank wird ihm hier gleich zweimal gedacht: Einmal mit einer Skulptur am Südturm und einmal mit einer Sitzstatue aus dem 15. Jahrhundert, die sich in der Krypta befindet.

Statue Karls des Großen

In manchen Gassen der Altstadt fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Da vergisst man schnell, dass man eigentlich in einer lauten und hektischen Großstadt ist. Als die Schweiz und damit auch Zürich im 19. Jahrhundert einen Aufschwung nahm, kamen viele Gründerzeit- und Jugendstilbauten hinzu. Immer hat sich hier etwas getan, jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen. Und doch ist man auf dem Boden geblieben und hat auf allzu protzige Architektur weitgehend verzichtet. Nicht vergessen sollte man Zürichs Bedeutung als kulturelles Zentrum. Die Stadt hat ihren Weltruf auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst, dafür sorgen Museen wie das Kunsthaus Zürich, das Museum für Gestaltung oder das Schweizerische Landesmuseum. Viel zu verdanken ist auch den freischaffenden Künstlern, die hier, vorausgesetzt die Kasse stimmt, ihre eigene Galerie betreiben.

Neue Börse am Bleicherweg

Zwischen Münsterbrücke und Quaibrücke, kurz vor der Limmatmündung, gibt es noch einen stimmungsvollen Anlegebereich für Boote. Unterhalb vom Bürkliplatz befinden sich das Clubhaus des Zürcher Yacht-Clubs und die Anlegestelle für Rundfahrten auf dem See. Läuft man nun in der Südwestrichtung am Ufer entlang, kommt man an einem Arboretum vorbei. Angrenzend liegen das Seebad Enge, zwei Yachthäfen, Restaurants und weiter unten das Strandbad Mythenquai. Spaziergänge am Zürichsee haben zu jeder Jahreszeit etwas Stimmungsvolles. Fast schon maritime Atmosphäre herrscht dank der Scharen von Möwen, die über dem Wasser ihre Runden ziehen und sich gern von den Besuchern verköstigen lassen.

Grossmünster mit Limmat kurz vor der Mündung

Ausflüge ins Umland bieten sich bei einem längeren Aufenthalt geradezu an und sind ohne Probleme machbar: Der 871 Meter hohe Uetliberg ist der Hausberg von Zürich und erhebt sich, sichtbar von allen Seiten, über der Stadt und dem Zürichsee. Er gehört zur Albis-Bergkette und befindet sich bereits im Voralpenland. Der autofreie Gipfel wird von der Uetlibergbahn S 10 erschlossen. Hier gibt es den Bahnhof und ein Höhenrestaurant. Ein Planetenweg führt den Wanderer in mehrstündigem Marsch zur Felsenegg, wo eine Seilbahn nach Adliswil hinabfährt. Landschaftliche Reize kennzeichnen das Gebiet rund um den Uetliberg.

Wanderung auf dem Uetliberg

Fünf Fährschiffe bilden die Flotte der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG, die in Hauptzeiten im 6-Minuten-Takt zwischen den beiden Orten verkehren. Der Betrieb wurde 1932 gegründet und bedient die Strecke seither mit Ausnahme einiger Jahre während dem Zweiten Weltkrieg. Neben Personen und Fahrrädern befördern die Fähren natürlich auch Autos, LKWs und jegliche Motorfahrzeuge. Der Grundtakt beträgt 10 Minuten. An den Landestellen bestehen Verpflegungsmöglichkeiten.

Zürichsee-Fähre