Furtwangen

Furtwangen ist eine im Schwarzwald gelegene Stadt auf mittlerer Strecke zwischen Freiburg und Villingen-Schwenningen. Es ist Sitz der Hochschule Furtwangen University (HSU) für Wirtschaft, Informatik, digitale Medien und Ingenieurswesen.

Blick von der Fatimakapelle auf Furtwangen

Obwohl Furtwangen selbst nur etwa 9000 Einwohner hat, studieren von den insgesamt 3700 Studenten an die 2400 in dieser Stadt. Dementsprechend davon geprägt wird auch das Alltagsleben. Viele Wohnungen und Zimmer werden an Studenten vermietet, und auch das Veranstaltungs- und Freizeitprogramm richtet sich stark an deren Bedürfnissen aus. Es existiert ein reges Kirchenleben, das vom ansässigen Katholizismus über den Protestantismus bis zu freien Gemeinden und der neuapostolischen Kirche reicht. Berühmt ist Furtwangen auch wegen seiner prominenten Wintersportler, die ihre Ausbildung im örtlichen Skiinternat absolvierten.

Schwarzwaldgehöft am Ende der Weiherstraße

Leben in Furtwangen
 
Zur Hochschule gehören das 1852 gegründete Deutsche Uhrenmuseum mit einer Fülle an Exponaten sowie das Rechnermuseum. Daneben gibt es das Freilichtmuseum Arche mit einer Dokumentation der Entwicklung des Fremdenverkehrs. Furtwangen war früher ein kleiner Ort, die Entwicklung setzte mit der Uhrenindustrie und dem Bau der Bregtalbahn 1892 / 93 ein, die die Stadt mit Donaueschingen verband. Aus diesem Grund ist die Innenstadt relativ übersichtlich, wirkt eher wie ein Dorf. Die historischen Gebäude stehen ungeordnet an verschiedenen Straßen. Der Besucher braucht nicht lange, um sie sich anzuschauen.

Hans-Thoma-Straße, typisch für Furtwangen

Sehenswert sind die am Rande der Stadt und im Umland befindlichen Schwarzwaldhäuser, die teils an Studenten vermietet sind. Über die VHS Oberes Bregtal können Führungen gebucht werden. Aufgrund seiner aufkommenden Bedeutung wuchs Furtwangen in jüngerer Zeit recht stark. Daher ist der alte Kern heute von kleinen Siedlungen umgeben, die sich entlang des Tals und auf einzelnen Höhenzügen erstrecken. Ein wichtiges Standbein ist auch der Tourismus, denn die Gegend hat eine hohe Schneegarantie und verfügt daher über ausgezeichnete Bedingungen für Abfahrtsski, Langlauf und Rodeln.

Touren rund um Furtwangen

Wandern im Mäderstal

Das Mäderstal - eine Landschaft fast wie im Bilderbuch

Vom alten Kern folgt man der B 500 und begibt sich an den westlichen Ortsausgang Richtung Neukirch. Nach der Tankstelle bzw. bei den Hochhäusern zweigt die Straße "Hinterberg" zu den Sportplätzen ab. Über die folgende Straße gelangt man direkt in das Mäderstal, das auch unter dem Namen "Hochtal" bekannt ist. Es ist von sanften, teils stärker bewaldeten Höhenzügen umgeben, an deren Rändern die Kühe weiden. Ein kleiner Bachlauf fließt mitten durch satte grüne Wiesen.

An einem typischen Schwarzwaldhof ist ein Inrikreuz aufgestellt. Kurz darauf begeistert im Winter der Stollenwaldlift die Sportfreunde. An einem weiteren Gehöft, oben im Tal, verzweigen sich die Wege. Warum nur "fast" wie im Bilderbuch ? Nun, die riesige Brücke der B 500 überspannt das Tal am oberen Ende. Blickt man zurück, wäre das Panorama ganz typisch für den Schwarzwald, wenn nicht die Bebauung von Furtwangen zu sehen wäre. Dennoch, sowohl für einen Nachmittagsspaziergang als auch für ausgedehnte Wanderungen ist das Mäderstal optimal geeignet.

Aussicht vom Brend

Der Brend - Für eine gute Aussicht ist gesorgt

Der Brend ist der Hausberg der Stadt Furtwangen und hat eine Höhe von 1.149 m ü. NN. Hier führt eine Straße hinauf und ein Naturfreundehaus bietet kleine Speisen und Getränke. Von einem Aussichtsturm bietet sich ein Panorama auf Feldberg, Schauinsland und Kandel. Darüber hinaus sieht man bis zu den Vogesen, der Schwäbischen Alb und bei guter Wetterlage sogar die Alpen. Wanderwege führen in die umgebenden Täler. Im Wald können noch gut die Erosionsspuren eines in der Eiszeit alles bedeckenden Gletschers betrachtet werden. Riesige Findlinge liegen verstreut herum.

Die Günterfelsen unweit der Donauquelle

Die Günterfelsen - Spuren der Eiszeit

Um zu den Günterfelsen (1.132 m ü. NN) zu gelangen, startet man am Naturfreundehaus auf dem Brend. Hier muss man den Waldweg Richtung Bregquelle wählen und darauf achten, dass man im Wald an der richtigen Stelle kurz links abzweigt. Die Felsen liegen nämlich etwa 100 Meter vom Hauptweg entfernt. Sie sind als Naturdenkmal ausgewiesen und ein eiszeitliches Relikt. In der Zeit, als der Schwarzwald durch einen Gletscher bedeckt war, lagen diese riesigen Steine darunter und wurden rundgeschliffen. Für Kletterer gibt es die Möglichkeit hier ihren Sport auszuüben. Unter der Erdoberfläche liegen noch viele weitere dieser Steine.

In der Nähe steht die Martinskapelle, wo sich die Quelle des längsten Zuflusses der Donau, der Breg, befindet. Dieser Ursprung wurde festlegt, da es sich um den mündungsfernsten und am höchsten gelegenen Austritt handelt. Von dieser Quelle bis zur Mündung ins Schwarze Meer sind es 2888 Kilometer.

Die Hexenlochmühle ist eine beliebte Sehenswürdigkeit im Raum Furtwangen

Das Hexenhäuschen im Schwarzwaldtal

Die Hexenlochmühle befindet sich nahe des Furtwangener Ortsteils Neukirch. Die Mühle wurde 1825 gebaut und ist seit 1839 in fortlaufendem Familienbesitz. Das Wasser, das die Mühlräder antreibt, stammt vom Heubach und fließt mit ca. 300 Liter pro Sekunde. Das Wasserrad hat einen Durchmesser von 4 Metern und eine Kraft von 13 PS, es treibt eine Hochgang- und eine Kreissäge an. Der Vorgang kann außen sowie im Gebäude durch eine Glasscheibe betrachtet werden. Des Weiteren gibt es hier Geschäfte, in denen der Besucher typische Schwarzwälder Spezialitäten und Souvenirartikel erwerben kann. Ein Restaurant befindet sich ebenfalls in der Mühle, mit einer Schwarzwaldstube und Freiterrasse. Hier können nach Vorbestellung sogar kleine Festlichkeiten ausgerichtet werden. Parkplätze stehen an der Straße zur Verfügung.