Schwenningen

Reise nach Schwenningen

An einem Tag Anfang Januar, es war noch Weihnachtszeit, war ich zu Gast in der Stadt Schwenningen. Diese gehört zum Gesamtverbund Villingen-Schwenningen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Sie hat allein etwa 35.000 Einwohner und war wohl mal, wie ich gehört habe, das größte Dorf in Baden-Württemberg. Die Uhrmacherkunst war hier lebendig, die ersten batteriebetriebenen Uhren wurden 1956 in Schwenningen hergestellt. Zusammen mit Villingen besteht ein Standort mehrerer Hochschulen, unter anderem der für Polizei und der Furtwangen University. Heute wird das Stadtbild geprägt von vielen modernen Bauten, doch zwischendurch kann der Besucher auch noch das alte Schwenningen erleben.

Moderne Fußgängerzone

Ein sonntäglicher Stadtbummel

Nach dem Besuch in der Städtischen Galerie gingen wir sonntags zu einem Restaurant mit internationaler Küche. Der Eingang in die Fußgängerzone war noch weihnachtlich geschmückt. Ansonsten gab die Innenstadt ein eher gedämpftes Bild ab, was vielleicht auch an der Jahreszeit lag. Die Straßen sind modern gepflastert, die Häuser haben verschiedene Farben und die Werbung an den Geschäften funkelte spielerisch umher und regte hier und da zum näheren Betrachten an. Der Entwurf für diese Innenstadt stammt augenscheinlich aus der Nachkriegszeit. Nach dem Essen entschloss ich mich mit meinem Bekannten noch weiter herumzulaufen.

Abwechslungsreiche Baustile in Schwenningen

Die Straßenzüge sind insgesamt recht neuzeitlich gestaltet. Zwischen Restbeständen von älteren Gebäuden hat man hier in dieser Innenstadt wirklich Großstädtisches geleistet. Mir war nicht ganz klar wofür das gut sein soll. Ein riesiges Kaufhaus etwa mit einer Müller Drogerie und weiteren Geschäften ziert eine Ecke, an der anderen steht ein schlichter Flachdachbau. In architektonischer Hinsicht findet man eine Mischung der unterschiedlichsten Zeiten und Stile. Doch es ist zu spüren, dass man sich hier Mühe um eine schöne Innenstadt gibt. Man muss dabei auch bedenken, dass Schwenningen schon früher mehr ein Industriestandort war und es für die Sehenswürdigkeiten eben Villingen gibt. Die Stadt hat außer auf die Hochschulen bezogen auch keine überregionale Bedeutung, und so geht es hauptsächlich darum, dass die Bewohner das vor Ort finden, was sie zum Leben brauchen.

Das Heimat- und Uhrenmuseum

Die schönen Seiten näher betrachtet

Wir gingen dann bei der Müller Drogerie in eine Seitenstraße und kamen dann noch zu einem schöneren Teil von Schwenningen. Dort standen eine alte Kirche und ein großes Fachwerkhaus. Gingen wir die Straße durch, war da das Heimat- und Uhrenmuseum. Das besuchten wir auch und lernten gleich etwas über die alte Stadt, ihre Vergangenheit und Kultur. Das war ganz schön, und mit dem Gefühl etwas erlebt zu haben gingen wir zum Auto zurück. Erneut präsentierte sich Schwenningen im Wandel. Dort befand sich dann noch eine Passage, es war eher eine Art Straße die man überdacht hatte. Aber kein schlechter Einfall.

Es gibt ein paar weniger attraktive Ecken und Schwenningen ist touristisch eher gering erschlossen. Allerdings kann die Stadt aus jeder Richtung über gute und beschilderte Straßen erreicht werden. Ob man nun über die B 27 von Tübingen - Rottweil her kommt, von Stuttgart über die A 81 oder auf der B 31 aus Freiburg, niemand wird den Weg nach Schwenningen verpassen. Auch sonntags bestehen Einkehrmöglichkeiten, die Innenstadt ist übersichtlich und verfügt über ein schönes Heimatmuseum. Die Umgebung verdient ein dickes Plus für ihr Freizeitangebot rund um die Baar und bis hinein in den Schwarzwald. 

Mir ist Schwenningen als eine moderne Stadt unserer Zeit in Erinnerung. Die Stadtplaner haben viel geändert, und das alte Dorf macht durch die Umgestaltungen einen anderen Eindruck. Die ganzen großen und klobigen Bauten passen manchmal nicht so recht hier rein, und sehen irgendwie gewollt aber andererseits auch akzeptiert aus.