Schwäbische Alb

Eine ursprüngliche Landschaft und reichlich Erholung

Die Schwäbische Alb liegt inmitten des Bundeslandes Baden-Württemberg und hebt sich als bewaldete Steilstufe bis zu 400 Meter vom Unterland ab. Ihr höchster Punkt ist der Lemberg (1015 m ü. NN) bei Gosheim, das höchste Dorf Böttingen (911 m ü. NN). Sie ist im Gegensatz zum Schwarzwald nicht in viele Täler zerklüftet, sondern bildet eine Hochfläche, die auf Grund des Wassermangels in früheren Zeiten nur spärlich besiedelt war. Einige Täler schneiden jedoch tief in die Alb ein.

Wacholderheide bei Gomadingen

Auf der Schwäbischen Alb ist es stets ein paar Grad kühler als unten im Tal, was zu schneereichen Wintern und nicht zu heißen Sommern führt. Daher ist die Region ideal für Wander- und Radtouren, aber mit vielen Skiliften und gespurten Loipen im Winter auch geeignet für den Skisport. Kirchen, Klöster und Kapellen in den kleinen Dörfern bieten sakrale Schätze vergangener Jahrhunderte.

Von den über 400 nachgewiesenen Burgen und Schlössern auf der Alb sind über 100 noch erhalten und zu besichtigen, überwiegend als Ruinen. Mittelalterliche Kleinstädte laden zur Besichtigung ein, darunter Bad Urach, Münsingen, Trochtelfingen, Hayingen oder Blaubeuren. Mit den im 19. Jahrhundert wieder aufgebauten Schlössern Lichtenstein, Hohenzollern und Sigmaringen finden sich auf der Schwäbischen Alb beliebte Ausflugsziele.

Altstadt von Bad Urach

Auffallend ist auch die hohe Anzahl an Höhlen, Dolinen und Trockentälern. Einige Höhlen können besichtigt werden, wie die Laichinger Tiefenhöhle, die Bärenhöhle in der in der Urzeit Tiere und Menschen heimisch waren und die Nebelhöhle (beide in Sonnenbühl). Da die gesamte Albhochfläche vor ca. 200 Millionen Jahren von einem einzigen Urmeer überflutet war, ist die Schwäbische Alb heute auch ein Traum für Fossiliensammler und Geologen. Berühmt sind die Funde von Ammoniten und Ichthyosauriern, die im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden zu sehen sind.

Blick von den Härten bei Tübingen zum Albtrauf

Die Landschaft kann wohl als einzigartig bezeichnet werden: Die Hochfläche hebt sich etwa 300 bis 400 Meter über dem Tal ab. Während der Albtrauf von der Ferne wie eine natürliche Mauer erscheint, ist die Natur oben vorwiegend flach oder leicht hügelig. Die vorhandene Zahl an Rad- und Wanderwegen und zugehörigen Parkplätzen ist vorbildlich. Typisch für diese Gegend sind die mit Wacholderheiden bewachsenen Hänge, aber auch große Mischwälder, weite Getreidefelder und satte Wiesen sind nicht selten. Schwäbische Gasthäuser erfreuen sich großer Beliebtheit und bieten den Auswärtigen gutbürgerliche Küche zu einem vernünftigen Preis.

Urlaub wo die Alb am schönsten ist

Die Mittlere Alb ist touristisch am besten erschlossen. Trotzdem findet der Besucher hier noch die unberührte, typische Alblandschaft. Verbringt man hier seinen Urlaub, wird man überrascht sein über die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten. Nicht weit entfernt von größeren Städten wie Reutlingen, Tübingen und Balingen gibt es mittelalterliche Kleinode wie das Thermalbad Bad Urach, Riedlingen oder Trochtelfingen, Zeugnisse barocker Kunst und natürlich Natur pur. Die Landschaft, von Wald, Wacholderheiden und Streuobstwiesen geprägt, bietet jeden Tag etwas Neues.

Schloss Lichtenstein
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach
, Fotograf: Achim Mende

Die Sehenswürdigkeiten sind überraschend: Das bekannte Schloss Lichtenstein über dem Echaztal, die Bären- und Nebelhöhle, Freizeitpark Traumland und Sommerrodelbahn in Sonnenbühl, Uracher Wasserfall, die mit dem Stocherkahn befahrbare Wimsener Höhle bei Hayingen, die Burgen im Lautertal und das Landgestüt Marbach mit Pferdezucht und Vorführungen.

Dank vorwiegend heimatgeschichtlicher, aber auch überregional und thematisch ausgerichteter Museen und Gedenkstätten mangelt es auch an kulturellem Angebot nicht. Im romantischen Lautertal kann man nicht nur Kanu fahren, Wandern und Rad fahren, sondern auch einen Rundgang durch ein ehemals von Juden bewohntes Dorf machen oder das Geburtshaus Matthias Erzbergers besuchen, ein bekannter Politiker der Weimarer Zeit. Richtung Donautal lohnt sich ein Abstecher nach Zwiefalten mit dem barocken Münster. Unweit davon ist auch die Kleinstadt Riedlingen mit ihrer schönen Altstadt gelegen.

Albhochfläche
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach
, Fotograf: Achim Mende

Im Winter ist die Alb an vielen Tagen ein Schneegarant und bietet gespurte Loipen und Skilifte. Es gibt mehrere Feriendörfer: Zum Beispiel in Sonnenbühl-Erpfingen, in Gomadingen, Hayingen oder Westerheim, teils auch mit Jugendherbergen oder Campingplätzen.

Sonnenbühl ist zugleich das touristische Zentrum der Region. An Möglichkeiten sind u.a. eine Sommerbobbahn, Freizeitpark, Golfplatz, Ostereimuseum, begehbare Höhlen und vieles andere mehr vertreten. Als Tipp für einen Tagesausflug empfiehlt sich Metzingen, das Zentrum des Factory Outlet mit Fabrikverkäufen namhafter Hersteller.

Erpfingen auf der Sonnenalb

Schwäbische Alb Städte

Im Umland und auf der Schwäbischen Alb finden sich bezaubernde Städte und Orte.

Direkt im Westteil gelegen ist Spaichingen mit dem Dreifaltigkeitsberg (985 m), auf dem die Wallfahrtskirche des Claretinerordens (1673) steht.

Der Rottweiler Stadtkern wird von seinen Bewohnern besonders gepflegt. Rottweil wurde 73 v.Chr. von den Römern gegründet und ist damit die älteste Stadt Baden-Württembergs. Die mittelalterliche Altstadt mit den Bürgerhäusern lässt sich kaum mit einer anderen der Umgebung vergleichen. Zum Stadtbild gehört auch die schwäbisch-alemannische Fasnet.

Sigmaringen (17.000 Einwohner) liegt an der oberen Donau und war einst die Hauptstadt der preußischen Lande Hohenzollern. Die kleine Altstadt mit der Stadtkirche St. Johann wird vom Schloss überthront, dessen Prunksäle einen Besuch lohnen.

Schloss Sigmaringen
Quelle und Urheber: Schwäbische Alb Tourismusverband e.V.
in Bad Urach
, Fotograf: Achim Mende

Riedlingen ist eine sehenswerte Kleinstadt an der Donau und hat noch einen bestens erhaltenen Stadtkern. Am Marktplatz befinden sich Bürgerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Stadtmuseum ist im Ackerbürgerhaus von 1556 untergebracht, einem der wichtigsten Fachwerkbauten Oberschwabens. Das Wahrzeichen ist die katholische St.Georgskirche aus dem 16.Jahrhundert.

Trochtelfingen auf der Mittleren Alb hat zwar nur 6.600 Einwohner, seine alte Bausubstanz ist aber beträchtlich. Großenteils ist die alte Stadtbefestigung mit Bürgerhäusern und dem Geschützturm erhalten. Erwähnenswert ist auch die Vielzahl an Kirchen und Kapellen in der Umgebung.

Reutlingen ist die Einkaufsstadt der Region Neckar-Alb. Das Wahrzeichen ist hier neben dem Zeugenberg Achalm (707 m) die Marienkirche. In der südlichen Kernstadt sind noch Teile der Stadtbefestigung erhalten.

Tübingen, Marktplatz

Die Universitätsstadt Tübingen liegt am Neckar. Sie blieb vom Krieg verschont. Hier befinden sich beachtenswerte Museen und Sammlungen, überthront wird Tübingen durch das Schloss Hohentübingen, in dem das archäologische Institut beheimatet ist. Durch die gesamte Altstadt winden sich enge Gassen, die von Leben erfüllt sind und zum Bummeln einladen.

Ulm an der Donau darf sich stolz die Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Erde nennen. Obwohl das Ulmer Münster erst im 19. Jahrhundert fertiggestellt wurde, ist seine Höhe von 161 m bis heute nicht übertroffen worden. Im direkt am Fluss gelegenen Fischerviertel trifft man auf die romantische Seite Ulms, der Besucher wird hier geradezu ins Mittelalter versetzt.

Aalen auf der Ostalb ist die Stadt der großen Museen. Zum einen das Urweltmuseum mit 1500 Versteinerungen von Ammoniten, Fischsauriern und Korallen, zum anderen das bekannte Limesmuseum mit der Ruine eines Römerkastells. Ansonsten lohnt das Alte Rathaus und die barocke Stadtkirche einen Besuch.

Das Ulmer Münster